Es sind Konzepte in der Selbstverteidigung, die unser Krav Maga bestimmen.

Selbstverteidigung ist kein starres Konstrukt, daß sich nach Regeln und Techniken richtet. 

Selbstverteidigung beruht auf Konzepten und Verständnis für die eigene Bewegung und das Verständnis vom Verhalten von Menschen.

Wir unterrichten den Umgang von bewaffneten und unbewaffneten Angriffen, sowie deren Prävention und De-eskalation. 

Folgende allgemeine Konzepte sind in unserem Krav Maga fester Bestandteil:

1. Vermeidung

Wenn Sie sich aus einer potentiell gefährlichen Situation entfernen können, so machen Sie das. Dies ist immer die wichtigste Priorität.
In der Kraftanlage muß man verstehen, daß eine körperliche Auseinandersetzung mit allen Mitteln zu vermeiden ist und ein Kampf nur als letztes Mittel der Wahl stattfinden darf.

2. Lernen Sie zu kämpfen

Sie haben wahrscheinlich noch niemals gekämpft. Das ist gut so und der eigentliche Weg, den wir gehen wollen. Nichtsdestotrotz ist Aggression und Gewalt ein Teil unseres Menschseins. Kämpfen zu können ist essentiell und gehört mit zur eigenen Definition als Mensch. Dabei ist nicht nur das Handwerk für eine körperliche Auseinandersetzung wichtig, sondern v.a. die mentale Bereitschaft und Klarheit zu haben, was ein Kampf mit einem macht und warum es in bestimmten Situationen wichtig ist. 

3. Übernehmen Sie die Kontrolle

Sollten Sie in eine potentiell gefährliche Situation geraten, so übernehmen Sie die Kontrolle. Grenzen Sie sich emotional ab von Ihrem Aggressor und führen Ihn durch die De-Eskalation.Lernen Sie auch aus ungewöhnlichen Positionen im Raum heraus zu agieren. Übernehmen Sie so schnell es geht die Kontrolle über eine sich ansonsten entwickelnnde chaotische Situation.

Sollte es zu einem Angriff kommen, gehen Sie genau so vor. Übernehmen Sie so viel Kontrolle, so gut wie es geht und lassen Sie sich nicht die dominierende Art des Angreifers aufzwingen. 

4. Problemlösung

Unser Krav Maga wird stark durch den Stoizismus geprägt, der sich v.a. dem rationalen Denken und Umgang mit den eigenen Emotionen beschäftigt. 

Stoizismus hilft dabei, Lösungen zu Problemen zu finden, die ansonsten mitunter zu emotional behandelt werden.

Lernen Sie sich auf das Kontrollierbare zu fokussieren und Übernehmen Sie Verantwortung.

Die Teilnehmer in der Kraftanlage werden ermutigt, durch Erkundungen zu lernen, Fragen durch Erfolge und Misserfolge zu beantworten und zu lernen, Probleme in Echtzeit zu lösen. Im Gegensatz zu vielen realitätsbasierten Systemen, die dazu neigen, einem „wenn dies, dann das“-Ansatz zu folgen, lernen wir die Prinzipien und Konzepte, die technische Reaktionen beeinflussen, und ermöglichen es ihnen, Anpassungen auf der Grundlage der Gesamtheit der Umstände vorzunehmen.

5. All in and/or All out

„All out“ meint wortwörtlich: RAUS! Weg! Egal, was da gerade passiert. 

Wenn wir uns allerdings dazu entschließen oder gezwungen sind uns körperlich zu wehren, dann gehen wir mit allem rein, was wir aufbieten können körperlich und mental. 

Beide Begriffe sind aber auch gekoppelt.

„All in“ bedeutet den Angreifer so sehr mit einer Konterattacke zu bedrängen, daß dieser vom Angreifer zum Verteidiger wird. Deshalb ist das Infight Training immer ein großer Bestandteil des Trainings.

Haben wir das geschafft, ist das Zeitfenster geschaffen, um uns schnellst möglich zu entfernen (All out)

6. Erkämpfen Sie sich Momente

Eine körperliche Auseinandersetzung in einer Selbstverteidigungssituation ist eine Chaossituation. Ungleich eines Kampfes in einem Wettkampf oder im Training, weiß man nicht, was als nächstes kommen kann oder könnte. Es gibt keine Regeln, ob dieses oder jenes erlaubt ist und der Gegner hört auch nicht auf, wenn man abklopft oder K.O. ist. Erarbeiten Sie sich Momente und bauen Sie darauf auf. Lassen Sie sich nicht auf den Spielplan des Gegners ein. So kontrolliert man Chaos.

7. Die Situation bestimmt die Lösung

Anders als andere Systeme verlassen wir uns nicht ausschließlich auf unsere Techniken. Das kann ein Trugschluß oder eine Sackgasse sein. 

Techniken sind starre Konstrukte, die funktionieren können oder auch nicht. Wir sollten daher flexibel sein und immer eine oder zwei Backups um Gepäck mit uns führen. Das geht nur, wenn wir die Konzepte beachten.

Es ist deshalb wichtig zu erkennen, daß die Situation die Lösung bestimmt und nicht die Technik.

8. Steigern Sie Ihre Bewegungskompetenz

Lernen Sie sich zu bewegen

Wir müssen in der Lage sein, uns aus den unmöglichsten Situationen heraus bewegen zu können. Sei es, um wegzulaufen oder zu kämpfen.

Weglaufen bedeutet nicht nur seine Beine zu bewegen, sondern auch mitunter Treppen herunterzuspringen oder Geländer überwinden zu können etc. 

Kämpfen bedeutet nicht, wie in einem Boxkampf umeinander herum zu schleichen, sondern auf engstem Raum agieren zu können bei gleichzeitig angestrebter maximaler Kontrolle des Gegners.

9. Lernen Sie mit Chaos umzugehen

Ein Angriff ist immer eine Chaossituation, in der der Angreifer versucht Ihnen seine Dominanz aufzuzwingen. Lernen Sie mit diesem Chaos umzugehen und sich darin zu bewegen. 

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